Dan Perjovschi »Freedom of Expression«

Ausstellung im Literaturhaus München

MI. 22.4. – DO., 30.4.
täglich 11-22 Uhr
(Ausnahme: DO, 30.4., ab 18.00 Uhr)
Literaturhaus München (Salvatorplatz 1)
Foyer (3. OG), Eintritt frei

Wände, Mauern, Glasflächen, dazu ein dicker schwarzer Stift: Mit einfachsten künstlerischen Mitteln komprimiert Dan Perjovschi komplexe Zusammenhänge und hebt die Grenzen zwischen Zeichnung, Grafik, Comic und Konzeptkunst auf.

Aufgewachsen im Rumänien der Ceaușescu–Diktatur erlebte Dan Perjovschi Zensur, Überwachung und staatliche Kontrolle aus nächster Nähe; diese Erfahrung prägt sein gesamtes künstlerisches Werk. Seit den 1990er.Jahren arbeitet er international an den Schnittstellen von Zeichnung und Comic, Streetart und Konzeptkunst.

Mit schnell gezeichneten Symbolen, Wortspielen und Piktogrammen kommentiert er gesellschaftliche und politische Themen mit Ironie, Witz und kritischer Klarheit. Kapitalismus und Krieg, Migration und Medien, Macht und Ohnmacht und immer wieder Freiheit als Leitthema – all das verdichtet Dan Perjovschi in wenigen Linien. Humor ist dabei kein dekoratives Mittel, sondern eine Strategie des Widerstands. Lachen öffnet Denkraum.

»Humor ist nicht resignativ,
er ist trotzig.«
SIGMUND FREUD

Dan Perjovschis Arbeiten waren im MoMA New York, in der Tate Modern London, im Centre Pompidou Paris oder im Moderna Museet Stockholm zu sehen; im April 2026 eröffnet er eine neue Ausstellung in Madrid (Gallery 17) parallel zu weiteren Projekten in europäischen Institutionen. Dennoch verweigert er sich konsequent der Aura des Abgeschlossenen: Seine Werke entstehen direkt auf Wänden, Glasflächen oder Böden – ortsgebunden, vergänglich.

Diese Haltung macht ihn zur idealen künstlerischen Stimme des Literaturfests München 2026: Perjovschi wird aktiver Begleiter des Festivals sein, ab dem 19. April entwickelt er im Foyer des Literaturhauses (3. OG) eine wachsende Ausstellung. Die Zeichnungen entstehen live, Tag für Tag, im Austausch mit dem Publikum, mit Autor_innen, Musiker_innen, Denker_innen.

Und auch das Publikum ist eingeladen, eine Wand mitzugestalten. Die Installation verändert sich, reagiert auf Gespräche, Lesungen, politische Debatten – und verschwindet nach dem Festival wieder. Auch das ist Freiheit: Präsenz statt Archiv.

Header: Dan Perjovschi, 2013 © Pirje Mykkänen