Der geköpfte Hahn
INGO SCHULZE, MICHAELA NOWOTNICK, DANA GRIGORCEA
Eindrucksvoll zeigen Leben und Werk des Siebenbürgers Eginald Schlattner, wie sich Diktaturen in Biografien einprägen. Ein Abend über das Anschreiben gegen feindliche Narrative.
Eginald Schlattner (Jahrgang 1933) ist einer der wichtigsten literarischen Zeitzeugen der kommunistischen Diktatur in Rumänien. Für sein Werk und seine Erinnerungsarbeit wurde der rumäniendeutsche Pfarrer, der nach wie vor im siebenbürgischen Rothberg lebt und wirkt, vielfach ausgezeichnet (Bundesverdienstkreuz am Bande u. a.). Unter dem Druck der Securitate wurde er in den 1950er-Jahren selbst zum Denunzianten; in seinen Romanen »Rote Handschuhe« (Hanser, 2001) und »Der geköpfte Hahn« (dtv, 1998) setzt er sich eindringlich damit auseinander, erzählt von eigener und fremder Schuld und dem Ringen um innere Freiheit.
Über das Schreiben in (und trotz) Diktaturen kommen ins Gespräch: Ingo Schulze, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Literatur nach der Wende, und die Berliner Literaturwissenschaftlerin und Schlattner-Expertin Michaela Nowotnick.
Literaturfest-Kuratorin Dana Grigorcea liest exemplarische Passagen aus Schlattners Romanen; es moderiert der deutsch-rumänische Journalist und Politologe Robert Schwartz, Intendant von Radio România
Moderation: ROBERT SCHWARTZ
In Kooperation mit dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e. V. an der LMU & Radio România
»Eindeutigkeit gibt es nur um den Preis des Irrtums.«
EGINALD SCHLATTNER