ein wort gibt das andere

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Wir brauchen die Sprache, um über Gott und die Welt und über uns zu reden“, sagt Elke Schmitter. „Sprache entsteht aus dem Miteinander, doch sie hat ihren Eigensinn. Sie scheint ein anschmiegsames Instrument, aber sie macht, was sie will.“

Unter dem Motto ein wort gibt das andere erkundet die Kuratorin des forum:autoren Möglichkeiten und Grenzen der Sprache. Gemeinsam mit internationalen Gästen aus Literatur, Poesie, Musik, Theater, Wissenschaft, Journalismus umkreist sie Fragen wie: Welche Beziehungen bestehen zwischen Sprache, Dichtung und Politik? Wo treffen sich Sprache und Musik? Wie verändert die Digitalisierung den Umgang mit Sprache? Was können Übersetzungen vermitteln? Und wie funktionieren Sprachen ohne Schrift?

Entsprechend vielfältig sind die Veranstaltungsformate – angefangen bei Vorträgen, Diskussionen und Lesungen über Sprechgesänge, Performances bis hin zu Konzerten. Judith Kuckart inszeniert ein Theaterprojekt mit blinden Darstellerinnen, ein zweitägiges Symposion durchleuchtet natürliche versus künstliche Sprachen sowie den Mythos Muttersprache, der Übersetzertag lotet das Nicht-Verstehen aus, und abends trifft man sich zu Poetry & Vocals in der Bänkelbar.

„Wir gehen bei der Sprache ein und aus: beim Erzählen, beim Erklären, beim Missverstehen, beim Hören, beim Übersetzen und bei der Verzauberung durch literarische und musikalische Stimmen“, sagt die Kuratorin. „Wer ein wort gibt das andere besucht, dem soll es schwindeln vor Erkenntnis, und den soll die Schönheit der Literatur gepackt haben und nicht mehr loslassen.“ #einwortgibt

Elke Schmitter, 1961 in Krefeld geboren, studierte Philosophie in München. Von 1992 bis 1994 war sie Chefredakteurin der taz, schrieb anschließend für die Zeit und die Süddeutsche Zeitung und gehört seit 2001 der Kultur- redaktion des Spiegel an. Seit 1982 verö entlicht sie Lyrik, Prosa, Essays, Anthologien. Ihr Roman Frau Sartoris aus dem Jahre 2000 wurde in 21 Spra- chen übersetzt. Zuletzt publi- zierte Elke Schmitter mit Hanns Zischler die Anthologie Galerie der Namenlosen. Portraits von Unbekannten aus der Sammlung der Berliner Gemäldegalerie.