/ Willkommen beim Literaturfest München

Mit über 70 Autorinnen und Autoren wurde vom 10. bis 27. November 2011 das zweite Literaturfest München gefeiert.

Das Literaturfest München 2012 ist bereits in Planung. Es wird vom 14. November bis 2. Dezember stattfinden. Kuratorin des Programms forum:autoren ist in diesem Jahr Thea Dorn. Mehr dazu ...

Das Literaturfest München besteht aus drei großen Programmsäulen: dem Kuratorenprogramm forum:autoren, der Münchner Bücherschau und dem Programm des Literaturhauses München mit dem Markt der unabhängigen Verlage »Andere Bücher braucht das Land«. Auch die Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises findet im Rahmen des Literaturfests statt.

Das Literaturfest München wird veranstaltet vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und dem Literaturhaus München (Geschäftsführung) in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie des Deutschen Literaturfonds e.V.


/ Pressestimmen Literaturfest München 2011

dpa (22. September 2011)  
"Das Literaturfest München geht in die zweite Runde. Schriftsteller Matthias Politycki, der in diesem Jahr mit dem forum:autoren das Herzstück des Festes kuratiert, will vieles anders machen als sein Vorgänger Ilija Trojanow. Sein durchaus hochgestecktes Ziel: eine Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Dazu gibt Politycki sich klassisch. Debatten über Literatur soll es geben – nicht mehr und nicht weniger. Wir lesen nicht im Bordell, wir lesen nicht in der U-Bahn und nicht in der Kanalisation … Für Tausendsassas, die jetzt auch noch ein Buch schreiben, gibt es bei Politycki keinen Platz. Er hat hochkarätige Literaten eingeladen, darunter mit Jan Brandt, Angelika Klüssendorf und Sibylle Lewitscharoff drei Shortlist-Kandidaten für den Deutschen Buchpreis."  

Süddeutsche Zeitung (23. September 2011)  
"Es kommen 50 Schriftsteller als Kronzeugen deutschzüngiger Welthaltigkeit, unter ihnen auch solche, die nicht gerade ein neues Buch herausgebracht haben. Und da ist es wieder, das Plädoyer für die Entschleunigung, die sanfte Wegbewegung von der allenthalben praktizierten Leistungsschau. Stattdessen das Innehalten, die Bestandsaufnahme und der Rückblick auf das Lebenswerk, das bei vergleichsweise jüngeren wie Annette Pehnt natürlich schmäler ausfällt als bei einem alten Hasen wie Paul Nizon."     

Welt am Sonntag (6. November 2011)  
"Allein das vom Schriftsteller Matthias Politycki kuratierte „forum:autoren“ ist ein grellbunter Jahrmarkt der Meinungen und Debatten. Ein aufregender Gegenentwurf zu den betulichen Diskursen, die (beispielsweise) das Fernsehen so pflegt, wenn es um Bücher und Autoren geht. Politycki hat sich eine Menge einfallen lassen, um diesen konventionellen Rahmen zu sprengen. So spannt er Schriftsteller-Paare wie Wolfgang Schömel und Feridun Zaimoglu, Sibylle Lewitscharoff und Burkhart Spinnen, Arnold Stadler und Urs Widmer, Raoul Schrott und Jens Sparschuh, Angelika Klüssendorf und Keto von Waberer zusammen und lässt sie – miteinander, gegeneinander – auf Themen wie Kindheit, Liebe, Tod, auf philosophische Fragen wie die nach dem Woher und Wohin los.  Auch das (bekannte) Problem des Selbstverständnisses von Literatur, ob es dabei ums „Einfühlen oder Einmischen“ geht, ist eines, das sich mit Blick auf die arg verschobene Tektonik tatsächlicher gesellschaftlicher Rahmenbedingungen aufs Neue stellt. Wie man überhaupt sagen muss, dass dieses Literaturfest mit Sicherheit keine zweiwöchige Märchenstunde wird."    

Süddeutsche Zeitung/SZ Extra (15. November 2011)  
"An Themen ist kein Mangel. „Woher wir kommen“ ist der Titel einer Veranstaltung beim Münchner Literaturfest, „Die Tragik der Männer mit und ohne Frauen“ ein anderer. Nachmittage mit heiterem Beruferaten für Kinder stehen genauso auf dem Programm wie Abende über das Altern und den Tod. Es wird also wieder vielseitig werden, dieses große Fest der Bücher. Mehr als 70 Schriftsteller werden in der Stadt erwartet, weshalb die Leser vom 10. bis 27. November von einem Termin zum nächsten durch die Stadt ziehen können – sogar bis tief in die Nacht hinein: „Der Salon der lebenden Schriftsteller“ zum Beispiel beginnt erst um 22 Uhr und will Autoren wie Lesern um diese späte Uhrzeit beim Wein die Zunge lösen."    

Der Tagesspiegel (15. November 2011)  
"Angriffslustig flattert die Bayernfahne im Novembernebel vor dem Münchner Literaturhaus. Drinnen jedoch hat sich längst eine neue diskursive Lässigkeit breitgemacht. Schriftsteller sind für Matthias Politycki, den selbstbewussten Romancier, Kolleginnen und Kollegen, die bereits auf ein Werk zurückblicken können und ihrer Vision unbeirrt folgen.  … Geselligkeit ist der wichtigste und sympathischste Aspekt dieses gut vorbereiteten Festivals, das spätabends im „Salon der lebenden Schriftsteller“ ausklingt."     

Die tageszeitung (16. November 2011)  
"… Das gerade stattfindende Münchner Literaturfest hingegen macht hier auf retro. Weg von der Inspiration der Orte, hin zu den Inhalten, also der Literatur, genauer gesagt: hin zu den Autoren und zum Podium … Natürlich gibt’s auch den literarischen Vortrag, allerdings nicht in der klassischen Spielweise. Politycki will nämlich quatschen, will die Autoren zum Reden bringen. Sowohl bei den „Prosa-Lesungen“ als bei der „Samstagnachmittagserklärung“ bildet er Autorenpaare, die nach einem vorgegebenen Motto oder mit allgemeinen Fragen in den Dialog treten … Und auf wunderbare Weise scheint hier etwas zu gelingen. Wenn beispielsweise der Österreicher Josef Winkler die Blutspur, die sich in seinem Werk durch sein Heimatdorf zieht, autobiografisch grundiert, wird es Annette Pehnt, die neben ihm sitzt, fast unheimlich zumute. Hat er das wirklich alles selbst erlebt? Bereitwillig folgen die Autoren der Vorgabe, entweder ein „Statement“ abzugeben oder ein paar Miniaturen zum Besten zu geben um dann über den Schriftsteller in sich sehr offen Auskunft zu geben. Man hat das Gefühl, einem seltenen Moment der Ichöffnung von Literaten beizuwohnen."    

Süddeutsche Zeitung (19. November 2011)  
"Hier und nicht nur heute, sondern eine Woche lang wird jedenfalls, vielfach lehrreich und amüsant, „Klartext“ geredet … „Klartext“ ist ein Hort der Erkenntnis wie auch dummer Geschwätzigkeit, ein Schlachtfest und gewiss auch Laufsteg selbst ernannter Diven im Wettkampf der Eitelkeiten. Es sind meist Männer, die sich produzieren, denn auch wenn in diesen Tagen so manche Frau eine kesse Lippe riskiert, fallen Selbstzweifel und Skrupel eindeutig als weibliche Eigenschaften ins Gewicht.  … Zweifellos: beim „forum:autoren“ bekam man die Creme der deutschsprachigen Literatur zu sehen und zu hören, auch wenn der Tages-Student beim Mittwochs-“Klartext“ gleichermaßen polemisch wie mutig das Fehlen literarischen Nachwuchses reklamierte. Irgendeiner, egal ob alt oder jung, fehlt immer."