Das achte Literaturfest München veröffentlicht sein Programm

Die Veranstalter und Kuratoren des 8. Literaturfests München haben heute das kommende Programm vorgestellt. Rund 80 internationale Gäste werden vom 15. November bis zum 3. Dezember 2017 in der Landeshauptstadt erwartet: Die Büchner-Preisträger Marcel Beyer und F.C. Delius, der Pulitzer-Prize-Träger Colson Whitehead und der Deutsche- Buchpreis-Träger Frank Witzel, die internationalen Autorinnen und Autoren Ariel Levy, Deborah Feldman, Ken Follett, Péter Nádas und Salman Rushdie, der Journalist und Sachbuchautor Ulrich Wickert, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller Nora Gomringer, Alina Herbing, Michael Köhlmeier, Thomas Lehr, Robert Menasse, Hanns-Josef Ortheil, Sven Regener, Ingo Schulze und Klaus Theweleit, die Bestseller-Autorin Dora Heldt, der Krimi-Star Sebastian Fitzek, der Slam-Poet Bas Böttcher sowie die Kinder- und Jugendbuchautoren Paul Maar, Ursula Poznanski und Andreas Steinhöfel.

Die Schriftstellerin und Regisseurin Doris Dörrie hat für die Kuratoren-Reihe forum:autoren gemeinsam mit dem Literaturhaus München das Programm Alles Echt. Alles Fiktion entwickelt. Das Literaturhaus veranstaltet erneut den Markt der unabhängigen Verlage Andere Bücher braucht das Land und öffnet erstmals die Panoptikum-Bar: einen zentralen Festival-Treffpunkt mit künstlerischem Programm. Die 58. Münchner Bücherschau lädt zur großen Buchausstellung im Gasteig mit über 20.000 Neuerscheinungen und Veranstaltungen mit herausragenden Autorinnen und Autoren. Außerdem wird der renommierte Geschwister-Scholl-Preis im Rahmen des Literaturfests verliehen.

Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers hob hervor: „Mit ihrem Programm Alles Echt. Alles Fiktion stellt Doris Dörrie, Kuratorin des forum:autoren 2017, die alte und hochaktuelle Frage: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Ob Fakt oder Fake, Dokumentation oder Imagination – so viel steht fest: Auch beim achten Literatur­fest München zeigen uns 80 Auto­rinnen und Autoren die Welt in vielen Facetten. Literatur schafft Raum für Vielfalt. Es wird wieder eine begeisternde Veranstaltungsreihe, zu der wir Sie herzlich einladen!“

Tanja Graf, Geschäftsführerin des Literaturfests München, unterstrich:

„Es gibt keinen besseren Ort als das Literaturfest, wenn man den Unterschied zwischen Wahrheit und Wirklichkeit verstehen will. Denn die Literatur ist die einzig verläss­liche Ausdrucksform in einer Welt, die neuerdings alte Gewissheiten in Frage stellt. Umso größer die Freu­de, dass wir zwei intensive Wochen lang Autorinnen und Autoren aus aller Welt zu Gast haben, um mit ihnen zu diskutieren, ihnen zuzu­hören, uns von ihnen zum Denken verführen zu lassen.“

Michael Then, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. begrüßte mit den Worten: „Freuen Sie sich auf die 58. Münchner Bücherschau im Gasteig: Stöbern Sie bei freiem Eintritt in über 20.000 neuen Büchern, begegnen Sie gefeierten Autorinnen und Autoren, oder machen Sie einen der zahlreichen Workshops mit. An 18 Tagen erwartet Sie ein breit gefächertes Programm. Und wir freuen uns auf Ihren Besuch!“

Alles Echt. Alles Fiktion – Kuratoren-Reihe forum:autoren und Literaturhaus-Festprogramm

Alles Echt. Alles Fiktion ist das Motto der Kuratoren-Reihe forum:autoren, die Doris Dörrie gemeinsam mit dem Literaturhaus München entwickelt hat. Lesungen, Vorträge, Gespräche, Performances, Symposien, Film- und Hörfunk-Präsentationen, musikalische Darbietungen und ein Graphic-Novel-Abend setzen sich vom 16. bis 24. November mit Herkunft und dem eigenen Ich, mit Erfundenem und Realem auseinander: Wo verlaufen die Grenzen zwischen Fakten, Fake und Fiktion? Was bedeuten in einer global vernetzten Welt, in der sich jeder neu erfinden kann, die eigenen Wurzeln? Dürfen sich Schriftsteller die Erzählungen anderer aneignen? Zu den Gästen des forum:autoren gehören die französischen Schriftstellerinnen Aya Cissoko und Catherine Millet, die amerikanische Autorin Ariel Levy, die Chinesin Xiaolu Guo, der nigerianische Polit-Satiriker und Schriftsteller Elnathan John, die britischen Autorinnen Elena Lappin, Amy Liptrot, und Rachel Cusk, Büchner-Preisträger F.C. Delius, der Menschendarsteller Olli Dittrich, die Autorinnen und Autoren Deborah Feldman, Arno Frank, Jakob Hein, Ijoma Mangold, Daniel Schreiber und Ingo Schulze, der Journalist und Musiker Dmitrij Kapitelman sowie der Deutsche-Buchpreisträger Frank Witzel.

Ein zweiteiliges Symposion vertieft das Thema Alles Echt. Alles Fiktion: Der ehemalige Spiegel-Reporter Cordt Schnibben, Kai Strittmatter, Peking-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, der Amerikanistik-Professor Michael Butter und Klaus Theweleit sprechen über Lüge und Fiktion in Journalismus und Publizistik: Kann sich Qualitätsjournalismus in Zeiten von Fake News und der sogenannten Lügenpresse behaupten? Wie entstehen Verschwörungstheorien? Und wo mündet Historiografie in reine Erfindung? In einer weiteren Runde trifft Neurowissenschaft auf Philosophie: Hirnforscher Martin Korte, Zen-Lehrerin Beate Genko Stolte, Monika Betzler, Philosophie- und Ethik-Dozentin, sowie der Biologe Werner Siefer disku­tieren über Lüge in Erinnerung: Was macht den Menschen zum Menschen? Seine Fähigkeit, Erinnerung zu gestalten, das eigene Leben als Geschichte zu erzählen und sich so selbst zu erfinden? Oder die in der Meditation erlebte Erfahrung, dass eine Trennung zwischen Ich und Du obsolet ist?

Auch in der Hochschule für Fernsehen und Film wird das Motto Alles Echt. Alles Fiktion aufgegriffen und die Reihe Filme lesen angeboten: Maya Reichert vom DOK.fest München hat sechs Dokumentarfilme und Mockumentarys ausgewählt und diskutiert über ihre Thematik und Machart. Beim Workshop Filme lesen lernen erfahren Interessierte darüber hinaus, wie sie Regie-Entscheidungen in künstlerischen Filmerzählungen selbst erkennen und benennen. Zudem lädt Doris Dörrie zum Filmgespräch und zeigt drei eigene Arbeiten.

Um (Auto-)Biografien in der Bildsprache geht es beim Graphic-Novel-Abend. Hier treten die prämierte Comic-Autorin Barbara Yelin auf, Paco Roca, der erfolgreichste Comic-Zeichner Spaniens sowie der syrische Zeichner Hamid Sulaiman.

Eine besondere Umsetzung des Mottos Alles Echt. Alles Fiktion präsentiert das Literaturhaus München im eigens eingerichteten Panoptikum: tagsüber eine Hörbar, in der Podcasts und True Stories gelauscht werden kann und nachts ein literarisch-musikalischer Festivaltreff, spektakulär gestaltet wie eine Filmkulisse – mit einem Wachsfigurenkabinett. Das Panoptikum ist täglich ab 11 Uhr geöffnet, ab 22 Uhr finden dort Kurzlesungen, Konzerte und Performances statt, u.a. mit Isolation Berlin, der Impro-Opern-Truppe La Triviata sowie Pollyester-Frontfrau Polly Lapkovskaja. Zudem liegen im Panoptikum die Bücher der Literaturfest-Autoren aus und ein Steinway-Flügel lädt Besucher zur Rollenprobe als Musiker ein. Im Mittelpunkt des Panoptikum-Programms steht das dokumentarische und serielle Erzählen im Radio. Dem Thema Audio-Storytelling ist daher im Literaturhaus ein gemeinsam mit der BR-Feature-Redaktion entwickelter Abend gewidmet: Radio-Serien sind in den letzten Jahren vor allem in den USA zu beeindruckender Hörfunk-Kunst avanciert. Doch wie sieht es bei uns aus? Dieser Frage widmet sich eine Expertenrunde und bringt einschlägige Hörbeispiele mit.

Neben der Kuratoren-Reihe forum:autoren vertieft das Festprogramm des Literaturhauses das Motto Alles Echt. Alles Fiktion mit der Präsentation wichtiger Neuerscheinungen des Herbstes, die den Grenzverlauf zwischen Fiktion und Wirklichkeit neu vermessen. Zu den renommierten Gästen des Literaturhauses gehören der weltweit bekannte Bestseller-Autor Ken Follett, der große europäische Erzähler Péter Nádas, Colson Whitehead, international gefeierter Pulitzer-Prize-Träger 2017, der Regisseur Oskar Roehler sowie die Schriftsteller Thomas Lehr und Salman Rushdie.

Parcours durch die Neuerscheinungen des Herbstes: die 58. Münchner Bücherschau

Die 58. Münchner Bücherschau lädt vom 15. November bis 3. Dezember täglich von 8 bis 23 Uhr bei freiem Eintritt in den Münchner Gasteig. Rund 300 Verlage aus dem deutschsprachigen Raum präsentieren dort über 20.000 Neuerscheinungen.

Begleitend zur großen Bücherschau hat Kurator Thomas Kraft hochkarätige Autorinnen und Autoren eingeladen: Der Journalist und Sachbuchautor Ulrich Wickert kommt mit seinem neuen Buch Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen, Georg-Büchner-Preisträger Marcel Beyer mit seiner Kulturgeschichte Das blindgeweinte Jahrhundert – in Bild und Ton. Bas Böttcher tritt auf, legendärer Slam-Poet und Mitbegründer der deutschsprachigen Spoken-Word-Szene. Simone Buchholz stellt ihren neuen Krimi Beton Rouge vor. Wigald Boning erzählt, singt und philosophiert über das Abenteuer des Campierens in der Natur. Sebastian Fitzek, „Meister des Wahnsinns“, präsentiert mit Flugangst 7A seinen neuen Psychothriller. Ulla Hahn bringt ihr neues Buch Wir werden erwartet mit: die Geschichte einer jungen Frau in den turbulenten Jahren zwischen 1968 und dem Deutschen Herbst und zugleich eine Entwick­lungsgeschichte der Bundesrepublik. Michael Köhlmeier liest aus seinem neuen Roman Der Mann, der Verlorenes wiederfindet, Robert Menasse stellt sein Buch Die Hauptstadt vor, und Hanns-Josef Ortheil liest aus Der Typ ist da: eine Reise ins venezianische Köln. Zudem kommt der Journalist und Autor Martin Schäuble mit seinem Buch Endland, in dem er die brisante Frage stellt: Wie sähe unser Land aus, wenn es von einer rechtsnationalen Partei regiert würde?

Ein Höhepunkt ist der Auftritt von Nora Gomringer und Freejazz-Legende Günter Baby Sommer: Sommer vertont Grimms Wörter, Günter Grass‘ Liebeserklärung an die deutsche Sprache. Grass selbst hatte die Textfassung noch für die Bühne vorbereitet. Zusammen mit Nora Gomringer ist eine Text-Klang-Komposition entstanden, in der Wort und Musik ineinanderfließen. 

Bücher in Aktion: Das Kinder- und Familienprogramm der 58. Münchner Bücherschau

Zu dem von Edith Offermann gestalteten Kinder- und Familienprogramm der Münchner Bücherschau kommen gefeierte Autoren und Künstler des Kinder- und Jugendbuchmarkts: Andreas Steinhöfel gibt den Auftakt, die Autorin und Illustratorin Ute Krause tritt auf, Paul Maar, der am 13. Dezember 80 Jahre alt wird, stellt ein neues Sams-Buch vor und zeigt in einer begleitenden Ausstellung eine Auswahl seiner Original-Illustrationen, zudem wird Ursula Poznanski zu erleben sein. Neben den persönlichen Begegnungen mit Autorinnen und Autoren lädt die Kinder- und Jugendbuch­ausstellung im 2. Obergeschoss des Gasteigs zum Schauen, Entdecken und Schmökern ein. Außerdem veranstaltet Kultur- und Spielraum e.V. Mitmach-Aktionen in Buchwerkstätten.

Radio live und in Farbe: der Bayern 2-Diwan

Während der gesamten Bücherschau, montags bis freitags, präsentiert Bayern 2 im Foyer des Gasteigs wechselnde Gäste auf dem Bayern 2-Diwan zu Gesprächen über deren Bücher. Ein besonderes Highlight ist der Diwan –

Das Büchermagazin live von der Münchner Bücherschau: am Samstag, 25. November um 14.05 Uhr, mit Frank Witzel, Barbara Yelin, Thomas von Steinaecker und Axel Hacke.

Für moralischen und intellektuellen Mut: der Geschwister-Scholl-Preis

Am 20. November wird der Geschwister-Scholl-Preis in der LMU München verliehen, am Tag darauf ist in der Buchhandlung Lehmkuhl die erste öffentliche Preisträger-Lesung geplant. Der Geschwister-Scholl-Preis steht für geistige Unabhängigkeit, bürgerliche Freiheit sowie für moralischen und intellektuellen Mut. Seit 37 Jahren erinnert er an das Vermächtnis der Geschwister Scholl und der Weißen Rose. Sinn und Ziel des Preises ist es, Bücher auszuzeichnen, die geeignet sind, dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. Die Auszeichnung wird gemein­sam von der Landeshauptstadt München und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. vergeben. Der diesjährige Preisträger, die Preisträgerin steht Anfang Oktober fest.

Indie-Book-Bazar

Den farbenfrohen Schlussakkord des Literaturfests setzt der Independent-Markt Andere Bücher braucht das Land am 2. und 3. Dezember im Literaturhaus München. Rund 30 unab­hängige Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentieren Bücher jenseits des Mainstreams: Neu- und Wiederentde­ckungen, Prosa, Pop und Poesie, Comics, Kinderbücher und Kalender, druckgrafische Werke und buch­künstlerische Editionen. Bereits im Vorfeld des Bazars, am 27. November, wird der Preis für einen Bayerischen Kleinverlag verliehen. Preisträger 2017 ist der Augsburger Maro Verlag. Mit dem Preis würdigt das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst die Leistungen bayerischer Verlegerinnen und Verleger, die den Buchmarkt mit qualitätvollen Programmen bereichern. Der Maro Verlag, so die Jury, leiste „Pionier­arbeit als innovativer Kleinverlag und ist dabei seinem Grundanliegen, qualitativ hoch­wertige Belletristik zu verlegen, ohne Kom­promisse an den Zeitgeist treu geblieben.“


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